40 Jahre Republikanischer Club – Neues Österreich
3. Juni 2026, 18:30–20:00
40 Jahre Republikanischer Club – Neues Österreich
3. Juni 2026, 18:30–20:00
Nestbeschmutzer. Streitkultur. Demokratie.
Vier Jahrzehnte nach seiner Gründung lädt der Republikanische Club – Neues Österreich zu einer Jubiläumsveranstaltung: Ein gemeinsamer Blick in Vergangenheit und Zukunft.
Entstanden im Kontext der gesellschaftlichen Umbrüche rund um die Waldheim-Affäre, formierte sich der Club aus spontanem Protest gegen politischen Antisemitismus, Geschichtsverdrängung und autoritäre Tendenzen. Was als heterogene Bewegung begann, entwickelte sich rasch zu einem zentralen Ort kritischer Öffentlichkeit in Österreich.
Mit Aktionen wie Mahnwachen am Stephansplatz, öffentlichen Debatten im Stil des Hyde Park Corner oder der symbolträchtigen Intervention rund um das „Waldheim-Pferd“ wurde der Club zum Ausdruck eines „anderen Österreichs“ – eines Österreichs, das sich seiner Geschichte stellt und demokratische Auseinandersetzung lebt.
Bis heute versteht sich der Republikanische Club als offener Raum für Diskussion, Widerspruch und Analyse – unabhängig von parteipolitischen Interessen. Themen wie Erinnerungskultur, Demokratie, Rassismus und gesellschaftliche Transformation stehen weiterhin im Zentrum.
Podium:
- Ruth Beckermann
- Andreas Kranebitter
- Doron Rabinovici
- Ruth Wodak
Moderation: Raimund Löw
Ruth Beckermann ist eine österreichische Dokumentarfilmerin und Autorin. In Filmen wie „Wien retour“ (1983), „Die papierene Brücke“ (1987), „Nach Jerusalem“ (1991), „Zorros Bar Mizwa“ (2006) und „Waldheims Walzer“ (2018) setzt sie sich mit Erinnerung, Geschichte und jüdischer Identität auseinander. Ihre vielfach ausgezeichneten Arbeiten verbinden persönliche Perspektiven mit politischer Analyse. Beckermann ist Gründungsmitglied des Republikanischen Clubs.
Andreas Kranebitter ist Soziologe und Historiker sowie geschäftsführender wissenschaftlicher Leiter des Dokumentationsarchives des österreichischen Widerstands (DÖW). Er ist der Autor von “Zahlen als Zeugen. Soziologische Analysen zur Häftlingsgesellschaft des KZ Mauthausen” (2015) und “Die Konstruktion von Kriminellen. Die Inhaftierung von »Berufsverbrechern« im KZ Mauthausen” (2023).
Raimund Löw ist ein österreichischer Journalist, Publizist und langjähriger Auslandskorrespondent des ORF. Er berichtete u. a. aus Moskau und Brüssel und prägte über Jahrzehnte die politische Berichterstattung über Osteuropa und die Europäische Union. In seinen Analysen verbindet er historische Hintergründe mit aktueller Politik. Heute arbeitet er für den Falter, wo er journalistisch tätig ist und einen politischen Podcast gestaltet, in dem er internationale Entwicklungen einordnet.
Doron Rabinovici ist ein österreichischer Schriftsteller und Historiker. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten wie etwa „Instanzen der Ohnmacht“ (2000) und in seinen Romanen wie „Suche nach M“ (1997), „Die Außerirdischen“ (2017) oder „Die Einstellung (2022) verbindet er Literatur mit Zeitgeschichte, politischer Analyse und Fragen jüdischer Identität. Rabinovici ist Gründungsmitglied und langjähriger Sprecher des Republikanischen Clubs.
Ruth Wodak ist eine österreichische Sprachwissenschaftlerin und Diskursforscherin. In Arbeiten wie „Wir sind alle unschuldige Täter. Diskurshistorische Studien zum Nachkriegsantisemitismus“ (1990), „The Politics of Fear“ (2015) und „Babyelefant und Hausverstand. Wie Krisen produziert werden“ (2026) analysiert sie Sprache, Macht und Ideologie, besonders im politischen Kontext. Ihre Forschung verbindet kritische Diskursanalyse mit Fragen zu Identität, Rassismus und gesellschaftlichen Entwicklungen.
Abbildung von Republikansicher Club - Neues Österreich @ Republikanischer Club
