Sanna Frankie – Popfest
23. Juli 2026, 22:00–23:00
Sanna Frankie – Popfest
23. Juli 2026, 22:00–23:00
„What they wrote about me, What they say I am, I don't know anymore“, singt die Singer-Songwriterin Sanna Frankie auf ihrem gerade erst erschienenen Album „cerberus“ - ein „Popmeisterwerk“ laut Andreas Gstettner-Brugger von FM4, und vielleicht hilft diese Ein-schätzung ihr ja auch beim Überwinden des im zitierten Song „impostor“ beschriebenen Hochstaplerinnensyndroms. Sehr vieles davon, was sie in Songform verarbeitet, hat mit ihrem mentalen Innenleben zu tun, dazu passt auch die Produktion, die zwischen elektro-nisch gefilterten Indie-Pop-Arrangements immer wieder in die solipsistische Welt von Kla-vier oder Gitarre und auf sich allein gestellte Stimme zurückfällt.
„Verletzlichkeit“, sagt sie in Philipp Dulles Podcast „Was soll das alles?“, sei „irgendwie zu einer Superpower für mich geworden, weil ich sehe, dass das Menschen helfen kann. Und mir auch.“
In ihrem Interview mit Ania Gleich von der Mica-Website wiederum beschreibt sie ganz spezifisch ihre Erfahrung mit Derealisation als einem Zustand, „in dem sich alles um dich herum irgendwie irreal anfühlt – wie ein Traum, ein Videospiel, als wär man nicht ganz da. Das passiert bei vielen Menschen mal, aber wenn es über längere Zeit bleibt, wird es zu einem Problem. Bei mir ist das jetzt seit vier Jahren so. Trotzdem fühle ich viel. Es ist nicht, dass da nichts mehr ist. Aber es ist wie eine Art Schutzpanzer, der alles filtert. Und genau das wollte ich im Album thematisieren.“
„I sing off key, I don't think this world was made for me“, heißt es da etwa im Song „for me“, und wie so oft, wenn davon die Rede ist, welche psychischen Probleme die Generation von Sanna Frankie (sie ist 25) im Umgang mit der Welt hat, fragt man sich, ob das nicht eher am Zustand jener Welt liegt als an dem der Generation. Wie sollte man sich da auch nicht entfremden?
Text von Robert Rotifer / Popfest Wien
