Luisa Schweig – Popfest
23. Juli 2026, 20:00–21:00
Luisa Schweig – Popfest
23. Juli 2026, 20:00–21:00
Eigentlich nicht weiter der Rede wert, dass eine Teenagerin Pop-Songs schreibt und singt, ist ihr Publikum doch genauso alt wie sie. Gleichermaßen überflüssig zu erwähnen, dass jene popsongsschreibende Teenagerin noch zur Schule geht – in einer Zeit, wo auch die überwiegende Mehrheit an großjährigen Musiker:innen, die bei Festivals wie dem Popfest spielen, nebenbei noch anderen Beschäftigungen nachgehen muss. Andererseits gibt es über die 17-jährige Burgenländerin zugegebenermaßen noch wenig mehr zu berichten, wo ihr doch der Durchbruch - zwei Nummer-eins-Hits in den FM4-Charts! - gleich mit ihren zwei allerersten Veröffentlichungen gelang.
Schweigs zügig punkiges Debüt „Wiener Tauben“ war tatsächlich eine Zusammenarbeit mit dem selbstironiebegabten 19-jährigen Rapper Daniel Sanchez-Pöll alias CHURRO64 aus Oslip, dem die eine 20-minütige Überfahrt entfernt wohnende Steinbrunnerin im Ref-rain schelmisch zugestand: „Kannst dir alles erlauben, König der Wiener Tauben“, aller-dings mit Einschränkungen: „Hör auf, mir deinen Song zu schenken.“
Zwei Monate später legte sie mit dem gleichermaßen infektiösen, wenn überhaupt bloß noch zügiger punkigen „rotkreidenmund“ nach, diesmal in Kollaboration mit Manuel Foy und Marius Fietz. Ein Song über die Sorte Sehnsucht, die einen sein Ego vergessen lässt. Darüber verstehen Teenagerinnen mehr als blasierte Erwachsene, die die wirklich wesent-lichen Dinge im Leben längst vergessen haben.
Text von Robert Rotifer / Popfest Wien
Abbildung von Luisa Schweig © Peter-Wagentristl
