drank – Popfest
24. Juli 2026, 21:00–22:00
drank – Popfest
24. Juli 2026, 21:00–22:00
In seiner Lobeshymne bezeichnet Peter Margasak, lebende Kritiker- und Kuratoren-Institution aus Chicago/Berlin, die beiden Hälften von drank – Ingrid Schmoliner, Klavier und Stimme, und Andreas Kranabetter, Trompete – als „Säulen der improvisierten und ex-perimentellen Musikszene Österreichs seit mehr als einem Jahrzehnt.“ Doch vielleicht fange keine einzelne ihrer Unternehmungen „die volle Pracht ihrer ästhetischen Tendenzen so ein wie ihr Duo drank.“
Dabei klingt dieses Wort „Duo“ in Anwendung auf Schmoliner/Kranabetters Zusammenarbeit fast wie eine parodistische Verkürzung, denn in dieser Musik gibt es keine fixen Zuständigkeiten und Rollen. Es gibt keine Routine und kein Protokoll ihrer Kompliz:innenschaft der improvisatorischen, elektronisch/mechanischen Manipulation ihrer Instrumente.
Wenn eine:r einmal die vielschichtigen, parallelen Transformationen mitgemacht hat, die ein fast viertelstündiges Stück wie „Gitta“ (feat. Lukas König) auf ihrem Album „Breath in Definition“ durchwandert ...
Wenn sie:er den Bogen von „Iridescent“ aus der radikalen Reduktion (eine mit E-Bow gespielte Klaviersaite und eine Trompetenmelodie) zu melodisch/harmonischer Dichte begleitet, die Kollisionen minimalistisch bis noisiger Loops in „Min“ oder das von Anja Plaschg gesprochene Titelstück jenseits seines vermeintlichen Verstummens bis hin zu seinem Wiederauftauchen verfolgt hat ...
Dann wird sie:er erst einmal ihren:seinen Schädel ausschwirren lassen.
Und auf jeden Versuch der expressionistischen Verbalisierung der Sounds von drank verzichten.
Text von Robert Rotifer / Popfest Wien
Abbildung von Drank © Peter Gannushkin
